Kommt eine europäische Rating-Agentur?
Die Herabstufung einzelner Euroländer und die des europäischen Rettungsfonds durch die etablierten, ausschließlich amerikanischen Ratingagenturen hat ja in ganz Europa zu heftigen Diskussionen geführt. Manch einer sagt, hier wird den Politikern zu Recht der Spiegel vorgehalten und das schlechte Wirtschaften aufgedeckt, andere argumentieren die Rating-Agenturen würden selbst Politik machen, und zwar im Sinne der anglo-amerikanischen Wirtschaftsinteressenvertreter. Daher fordern viele europäische Politiker den Aufbau einer eigenen Rating-Agentur als Gegengewicht zu den amerikanischen Ratingagenturen. Wenn die amerikanischen Rating-Agenturen wirklich Politik machen und Einfluss zu nehmen versuchen auf politische Entscheidungen in Europa macht das natürlich Sinn. Falls der ein oder andere Politiker durch die Einführung einer europäischen Rating-Agentur dagegen hofft selbst Einfluss auf die Bewertungen der Agenturen nehmen zu können wäre das natürlich eher ein negatives Projekt. Aber wie auch immer: Dass alle Rating-Agenturen in den USA beheimatet sind kann nicht wirklich sinnvoll sein, insofern sind einflussreiche, unabhängige Ratingagenturen in Europa (und auch anderen Teilen der Welt) grundsätzlich zu begrüßen. Aber wie sieht es da konkret aus mit den Plänen?
Die Unternehmensberatung Roland Berger gilt derzeit als Favorit für die Organisation eines Aufbaus einer europäischen Ratingagentur als Gegengewicht zu S&P, Moody’s und Fitch. Doch Probleme gibt es aktuell bei der Finanzierung. Berger beziffert das nötige Kapital dafür mit 300 Millionen Eure, dass von 30 Investoren zu je 10 Millionen Euro bereitgestellt werden soll (Quelle: Financial Times Deutschland), vor allem von Banken. Aktuell stockt die Finanzierung, ob das Projekt ein Erfolg wird bleibt abzuwarten.
Europeana – das digitale Gedächtnis Europas
Aktuell wird an einem großem (und ohne zu übertreiben historischem) europäischem Projekt gearbeitet: Europeana. Darunter kann man eine Art digitales Gedächtnis Europas verstehen, in dem das gesamte kulturelle und historische Wissen Europas gesammelt wird. Dazu wird Archivmaterial sämtlicher Art digitalisiert und auf einer Internetplattform gesammelt. Aber nicht nur reines Wissen in Form von gesammelten Fakten und Texten, sondern auch Filme, Musik, Kunstwerke und andere Objekte werden in digitalisierter Form zur Verfügung gestellt. Die Arbeiten zu diesem Projekt finden derzeit europaweit auf Hochtouren statt, mehr als 1500 Institutionen sind an den Arbeiten beteiligt. Geplant ist der Start von Europeana im jahr 2015 mit dann über 15 Millionen Datensätzen bzw. Objekten und natürlich ab dem Start eine regelmäßige Erweiterung bzw. Sammlung neuen Wissens.
Europäisches Jahr für aktives Altern 2012
Das EU-Parlament hat beschlossen das Jahr 2012 zum “Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen” zu erklären. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und des immer weiter wachsenden Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung sollen Staaten, Institutionen, Sozialpartner, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft das Thema im jahr 2012 in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Ziel ist es öffentlichkeitswirksam ein besseres Verständnis für das Altern und die damit zusammenhängenden Probleme zu schaffen. Speziall angesprochene Themen sollen hierbei sein die Chance durch ein längeres Bleiben im Erwerbsleben Erfahrungen weiterzugeben, durch entsprechende Lebensweisen gesund und zufrieden zu altern sowie sich auch im Alter noch aktiv am gesellschaftlichen leben zu beteiligen. Aktives Altern wird hierbei als “Schlüssel zur Solidarität” zwischen den Generationen bezeichnet.
Hessen erhält jährlich 300 Millionen Euro EU-Fördergelder
Aktuell sprechen ja alle im Zusammenhang mit der EU alle nur über den Euro, Griechenland-Hilfen und die FDP. Was die EU aber Positives unter anderem für Hessen tut wurde jetzt einmal in Wiesbaden betont. Der Europaminister Jörg-Uwe Hahn (ausgerechnet aus der FDP) betonte dass im Zeitraum von 2007 bis 2012 insgesamt etwa 2 Milliarden Euro an Fördermitteln der EU nach Hessen fließen, ohne die so manches soziale oder umweltpolitische Projekt gar nicht möglich wäre. Ein Großteil der Gelder fließt in die Landwirtschaft, womit der Öko-Anbau gefördert werden soll.
Projekt für länderübergreifendes Qualitätsmanagement
Ein in Deutschland sehr erfolgreiches Projekt für länderübergreifendes Qualitätsmanagement in der Weiterbildung (LQW-EU) wird nun in drei weiteren EU-Ländern eingeführt: In Bulgarien, Polen und Litauen. Für viele Unternehmen in den drei Ländern ist eine Art Selbstreflexion um Arbeitsabläufe zu optimieren unüblich bzw. teilweise sogar völlig neu. Dadurch können gerade zu Beginn große Qualitätssprünge erreicht werden. Teilnehmer aus Bulgarien, Litauen und Polen berichten übereinstimmend von sehr zufriedenstellender Abstellung von Schwächen in den Abläufen.
