EU-Projekt DISASTER für Kommunikation im Katastrophenfall
Es gibt ein neues EU-Forschungsprojekt mit einem interessanten Namen: DISASTER (auf deutsch: Katastrophe). Und der Name ist Programm, denn dieses Projekt beschäftigt sich mit der Optimierung der internationalen Kommunikation im Katastrophen-Fall. Da große Katastrophen, besonders wenn sie in Europa stattfinden, nicht an den Landesgrenzen halt machen und weil sich im Katastrophenfall die Länder logistisch unterstützen möchten ist es notwendig, dass im Ernstfall die Kommunikation zwischen den Beteiligten funktioniert. Das ist in der Regel kein Sprachenproblem (das zwar auch), sondern ein logistisches: In den einzelnen Ländern gibt es unterschiedliche Vorangehensweisen bei Notfällen: Sowohl im Umgang mit den Opfern, beim Einsatz technischer Hilfsmittel oder in der Befehlsstruktur der helfenden Organisationen und Dienste. Aber auch die rechtliche Lage kann im Zweifelsfall hinter einer Landesgrenze eine andere sein und die Rettungsmaßnahmen behindern oder im schlimmsten Fall sogar verhindern.
Im Rahmen dieser Problematik ist das EU-Projekt DISASTER entstanden. Es finden länderübergreifende Workshops statt und ein Datenaustauschsystem, mit dem im Katastrophenfall ohne Brüche kommuniziert werden kann, soll entwickelt werden. Sieben Institutionen sind am EU-Projekt “Disaster” beteiligt, von deutscher Seite aus ist Institut für Rettingsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der Fachhoschule Köln (IRG) federführend dabei. Insgesamt investiert die Europäische Union etwa 3,5 Millionen Euro (600.000 Euro gehen an das IRG) in dieses Katastrophen-Projekt, deren Ergebnisse hoffentlich so selten wie möglich relevant sein werden.
Arktis-Projekt ACCESS
Die Europäische Union hat ein neues Projekt gestartet, bei dem es darum geht einen Kurs für eine nachhaltige und ökologische Entwicklung für die Arktis vorzugeben. Das ganze nennt sich ACCESS (Arctic climate change, economy and society) und wird mit knapp 11 Millionen Euro gefördert. Hauptuntersuchungskriterium ist dabei der Einfluss des Menschen auf die Entwicklung in der Arktis und wie man das Ökosystem der Arktis trotz menschlicher Interessen und Aktivitäten dort besser schützen kann. Insbesondere die Planung von neuen Offshore-Anlagen und geplante Ölförderprogramme der Zukunft sollen unter nachhaltigen ökologischen Gesichtspunkten begleitet werden und dabei die negativen Auswirkungen auf die Natur in der Arktis minimiert werden. Auch die Tierwelt und die Erhaltung gefährdeter Arten steht unter besonderer Beobachtung im Rahmen von ACCESS
An dem EU-Projekt ACCESS sind insgesamt 27 Forscher bzw. Forschungsinstitute aus neun verschiedenen EU-Ländern und auch Russland beteiligt.
CLARIN wird EU-Projekt
Das sprachwissenschaftliche Projekt CLARIN (Common Language Resources and Technology Infrastructure) wird von der Europäischen Kommission in den Status eines EU-Projektes gehoben. Damit kann sich das seit 2007 von der europäischen Forschergemeinschaft betriebene Projekt offiziell Europäisches Forschungs-Konsortium nennen. Dadurch haben es die Verantwortlichen des Projektes nun wesentlich leichter an EU-Fördergelder zu gelangen. Der wesentliche Vorteil von CLARIN besteht in der Vernetzung der länderspezifischen Datensätze, so dass Auswertungen wie “welche meldungen überwiegen an Datum X?” oder “Wie oft kommt das Wort/die Person X in sämtlichen Publikationen eines Landes an einem bestimmten Tag vor?.
Federführend beim neuen EU-Projekt CLARIN ist die Universität von Utrecht in den Niederlanden. Insgesamt sollen sich die Kosten von CLARIN auf etwa 100 Millionen Euro belaufen und im Ergebnis sollen alle Universitäten im Euroraum freien Zugang zu den sprachwissenschaftlichen Möglichkeiten erhalten, die das neue EU-Projekt bietet.
EU-Projekt GENERA für mehr Chancengleichheit in der Forschung
GENDERA ist ein europäisches Projekt mit dem Ziel die Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern im europäischen Forschungsraum zu verbessern. Dazu hat die EU-Kommission innerhalb des 7.Forschungsrahmenprogramms (November 2009 – April 2012) knapp 800.000 Euro bereitgestellt. Insgesamt werden im EU-Projekt GENDERA 64 verschiedene erfolgreiche Maßnahmen dokumentiert, bei denen Forscherinnen unterstützt werden. Ein paar Zahlen: In Europa liegt die Frauenquote im Bereich der Forschung bei 30 Prozent (in Deutschland sogar nur bei 21 Prozent), höhere Professorenstellen sind nur zu 12 Prozent von Wissenschaftlerinnen besetzt.
Zu dem Projekt GENDERA findet am 19. und 20.März 2012 in Stuttgart eine internationale Konferenz statt. Für Interessierte gibt es hier weitere Informationen.
Satelliten-Navigationsprojekt Galileo
Das europäische Satelliten-Navigationsprojekt Galileo liegt im Zeitplan. Als eigenständiges System soll es dem Marktführer GPS Konkurrenz machen und für mehr Unabhängigkeit Europas von den Diensten der Amerikaner sorgen. Außerdem soll Galileo präziser arbeiten als GPS (zu dem es kompatibel sein wird). Die ersten Satelliten sind bereits in der Umlaufbahn, bis zum Ende 2015 sollen es insgesamt 26 Satelliten sein, die dann für Galileo arbeiten. Die Bürger in Europa sollen Galileo bereits ab 2014 nutzen können. Beim Satellitenbau ist auch die deutsche Firma OHB System AG beteiligt.
